Bei der industriellen Trocknung der Früchte
wird zur besseren Haltbarkeit überwiegend
Schwefeldioxyd verwendet, das
auch gleichzeitig eine
Bleichwirkung besitzt. Derart behandelte Früchte
sind
nicht unbedingt als gesunde Kost zu empfehlen. Es sollten ungeschwefelte
Früchte bevorzugt werden. Im Mittelalter, aber auch noch lange Zeit danach,
wurden auf dem Lande Früchte ausschließlich in der Sonne oder mit der warmen
Umgebungsluft getrocknet. Die für die Trocknung vorbereiteten Apfel- oder
Birnenringe wurden
auf lange Schnüre gezogen und in der Küche oder dem
Dachboden aufgehängt. Unter Kontrolle blieben sie dann so lange hängen,
bis die warme Luft alles Wasser aus den Obstringen gezogen hatte. Dieser
Vorgang dauerte viele Tage. Wer
heute sein Trockenobst selber herstellen
will, hat es
mit Hilfe eines Backofens einfacher.
Aprikosen
Die Heimat des Aprikosenbaumes ist Zentralasien. Er wurde um ca. 100 n. Chr. nach Griechenland
gebracht. Heute wächst er in den USA, in Südafrika, Australien und in fast allen Mittelmeerländern.
Die Früchte sind
je nach Sorte und Anbaugebiet unterschiedlich im Geschmack. Sie sind süß, säuerlich
und süß-säuerlich. Getrocknete Aprikosen werden geschwefelt und ungeschwefelt angeboten. Ungeschwefelte
Aprikosen liefert nur die Türkei und die USA (Kalifornien). Die aus Kalifornien kommenden
ungeschwefelten Aprikosen sind allerdings nicht so saftig und süß.
Türkische ungeschwefelte
und damit dunkel aussehende Aprikosen
schmecken süß-säuerlich und sind sehr zartfleischig. Die
biologisch angebauten türkischen Aprikosen stammen aus der Gegend um Malatya.
Feigen
Die Feige wächst an einem Baum, der bereits ab einer Höhe von 50 cm bis 1 Meter über den Boden
seine Äste verzweigt und meistens nicht höher als 3 - 4 Meter wird. Er erreicht ein Alter von etwa
100 Jahren. Erst 7 Jahre nach dem Pflanzen stellt sich der erste Ertrag ein. Den höchsten Ertrag
wirft er nach 30 - 40 Jahren ab.
Nur die weiblichen Bäume tragen die eßbaren Früchte. Die Befruchtung
der weiblichen Bäume findet entweder durch den Wind oder durch Gallwespen statt. Feigen werden
hauptsächlich in der Türkei, den USA und in Griechenland angebaut. Die
Feigen aus der Türkei
sind in jeder Beziehung die beliebtesten. Sie sind überwiegend dünnschalig, groß, saftig und
haben viel Fruchtmark. Das Anbaugebiet ist die westliche Türkei um Izmir und Aydin. Die hier
wachsenden Feigen werden nicht, wie sonst üblich, gepflückt, sie reifen an den Bäumen voll aus
und fallen dann vom Baum auf den mit Planen ausgelegten Boden. Danach werden sie eingesammelt
und auf luftig aufgestellte Gitter oder Matten zur Sonnentrocknung ausgelegt. Nach dem Trocknen,
das 4 - 5 Tage dauert, werden die Feigen in Säcken zu einer Sammelstelle gebracht.
Feigen aus biologischem Anbau wachsen in den höheren Lagen der Feigenregionen, da hier die
gefürchtete Feigenfliege kaum anzutreffen ist. Es werden weder Herbizide, Pestizide noch
Kunstdünger verwendet. Wenn überhaupt, wird nur mit organischem Dünger gedüngt. Nachdem die
aus biologischem Anbau stammenden Feigen in der Abpackfabrik angeliefert wurden, werden sie
einem Kälteschock ausgesetzt. Dieses
Kälteschockverfahren erfüllt den Zweck, evtl. Schädlingsbefall
abzutöten. Danach werden die Feigen, ohne gewaschen zu werden, über eine Rüttelmaschine gereinigt
und dann über Siebe, die mit unterschiedlich großen Löchern versehen sind, nach Größen sortiert.
Rosinen
An kernlosen, getrockneten Trauben (Rosinen), (Das Wort
Rosinen ist die Sammelbezeichnung für
alle Arten getrockneter Weintrauben.) haben sich bisher nur wenige Sorten am Markt durchgesetzt. Die
bekanntesten sind:
Die
Thompson Seedless, eine Spitzensorte kalifornischer Tafeltrauben.
Die
Sultaninen, sie kommen
hauptsächlich aus der Türkei, Südafrika, Griechenland, Australien, Persien
Die
Schwarze Korinthe, kommt hauptsächlich aus Griechenland.
Das Trocknen von Weintrauben in der
Sonne, hat seinen Ursprung in Ägypten. Von hier aus gelangte das Wissen in den nahen Osten und nach
Europa. Die Trauben bleiben bis zur Reife am Rebstock hängen, erst dann werden sie geerntet. Nach der
Lese erfolgt das
Trocknen, das auch heute noch durch die warme Umgebungsluft geschieht. Die im Schatten
getrockneten Weinbeeren sind aromatischer als die in der Sonne getrockneten.